Nachhaltigkeit



Kräuterspirale selbstgemacht: Wie ein Steinhaufen zum Kräutergarten wurde
Die Idee schwirrt schon eine Weile in meinem Kopf herum. Eine Kräuterspirale. Jedes Mal, wenn ich an einer vorbeigegangen bin oder Bilder gesehen habe, habe ich gedacht: Das möchte ich auch. Und an einem Nachmittag Anfang Mai stand ich plötzlich mit einem Stock, einem Stück Schur und dem festen Willen da, es einfach jetzt anzugehen.
Das Schöne an diesem Projekt war, dass ich einfach mit dem beginnen konnte, was schon im Garten und beim hilfsbereiten Nachbarn zu finden war. Die Steine vom letzten Spaziergang, Sand, Erde, ein Kompost und etwas Pferdemist. Eine Schubkarre, eine Mistgabel. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Vom Kreis zur Spirale
Zuerst die Grundfläche abstecken. Ich habe einen Stock in die Erde gesteckt, eine Schnur daran befestigt und damit einen Kreis mit gut drei Metern Durchmesser gezogen. Wer Staunässe fürchtet, kann an dieser Stelle noch etwas Erde abtragen und mit Schotter auffüllen. Dann beginnt das eigentlich Schöne: der Bau der Trockenmauer. Stein für Stein, in Spiralform stapeln und die Öffnung nach Süden zeigen lassen. Bei mir steht dort jetzt eine alte Waschschüssel als Teich. Die Tiere können sich dort erfrischen und das Kind hatte beim Bauen damit den größten Spaß. Zudem liegen einige größere Steine in der Schüssel, damit die Insekten nicht ertrinken.

Was an der Spirale so schön ist, ist ihre innere Logik. Unten, in der feuchten, humosen Zone mit Erde und Kompost, fühlen sich Schnittlauch, Petersilie, Minze, Bärlauch, Kerbel und Estragon wohl. Weiter oben, in der mittleren Zone, wo es schon etwas trockener wird, kommen Koriander, Zitronenmelisse, Dill, Pimpinelle und Kapuzinerkresse. Und ganz oben, wo Sand und Kalksplitt den Boden ausmachen und die Sonne am längsten brennt, da gehören die Mediterranen hin: Rosmarin, Lavendel, Thymian, Majoran, Salbei, Oregano.

Auf einem Stück Erde, das vorher einfach nur dalag, entstehen mit ein bisschen Geduld und ein paar Steinen drei verschiedene Lebensräume.
Das Schönste: zu sehen, wie innerhalb einiger Stunden etwas so Großes entstehen kann. Sehe ich die Steine am Rand der Mauer, denke ich an vergangene Urlaube oder die morgendlichen Laufrunden mit dem Kind bei denen jeweils ein paar Findlinge mit heimkommen durften und rieche ich an den frischen Kräutern denke ich bereits an die erste selbstgemachte Pizza mit eigenem Oregano oder eine selbstgemachte Kräutermargarine zum Grillbuffet. Und es ist so ein lebendiger Ort, hunderte von Kellerasseln, Tausendfüßlern, Larven, Spinnen und co haben dort ein neues Zuhause gefunden.




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