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Aus der Erde auf den Teller: Märzgerichte zwischen Tau und Töpfen
Nachhaltigkeit

Aus der Erde auf den Teller: Märzgerichte zwischen Tau und Töpfen

Der März ist so eine Zwischenzeit. Draußen zögert noch alles, drin im Keller oder Regal liegt das, was der Herbst zurückgelassen hat. Und irgendwie entsteht genau daraus gerade mein Kochprinzip: einfach schauen, was da ist und überlegen, was ich mit den Grundzutaten anstellen kann.

Es ist eine kleine Bestandsaufnahme geworden und hat mir gezeigt, dass ein Bisschen Selbstversorgung auch Anfang des Jahres schon möglich ist.

Der Kürbis, der den Winter überlebt hat

Da liegt er noch, der Kürbis vom letzten Herbst. Er sieht aus als wäre er gerade erst geerntet worden. Zusammen mit Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln wird er zur Suppe — gelborange, warm, nach wie vor tröstlich. Es ist faszinierend, dass ein Gemüse aus dem September im März noch auf dem Tisch landen kann, einfach weil man es dunkel und kühl aufbewahrt hat.

Nüsschen, Tofu, Champignons

Für den Gartensalat gibt es gerade Nüsschen — das Zeug wächst hartnäckig und verlässlich, wenn vieles andere noch schläft. Mit gebratenem Tofu, Champignons, veganem Feta, Gurke und Tomate wird daraus etwas, das köstlich frisch schmeckt und schon jetzt Lust auf den Sommer macht.

Grünkohl, Kichererbsen, Cashews

Die Grünkohl-Lasagne ist so ein Gericht, bei dem man nicht sofort an Lasagne denkt — aber dann doch überrascht ist, wie gut das zusammenpasst. Zwiebeln, Grünkohl, Kichererbsen, Cashews. Der Grünkohl hat den Winter im Beet verbracht und steht immer noch da. Das hat etwas.

Wildkräuter im Glas

Und dann der Green Smoothie. Löwenzahn, Giersch, Spinat, Salat, Birne, Apfel. Die ersten beiden sind eigentlich Unkraut — oder eben nicht, je nachdem wie man schaut. Sie tauchen einfach auf, ungefragt, zuverlässig, essbar. Giersch zum Beispiel ist kaum aufzuhalten. Das kann man bekämpfen oder man trinkt ihn.

Selbstversorgung heißt für mich gerade nicht: alles selbst anbauen und niemals Supermarkt. Es heißt: schauen, was da ist. Den Kürbis aus dem Keller holen bevor er fault. Die Wildkräuter kennen. Den März nicht überspringen wollen, weil er zu grau ist.

Es sind vier Gerichte. Alle sind dadurch entstanden, dass ich mit offenen Augen durch den Garten gelaufen bin und überlegt habe, was sich alles verwerten lässt. Und es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, was der Garten alles im Angebot hat.

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